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Startseite > Veranstaltungen > Vortrag: "Warum wir gestärkt aus der Krise hervorgehen"

 

IHK-Präsident Bernd Bechtold referiert zum Thema: "Warum wir gestärkt aus der Krise hervorgehen"

Zum 01.12.2009 hat die VBU ihre Mitglieder in den Rittersaal des Hotel Krone zu einem Vortrag des IHK Präsidenten Herrn Bernd Bechtold eingeladen. In diesem Rahmen wurde auch Herr Martin Wolff als künftiger Brettener Oberbürgermeister von der VBU und ihrem Fachbereich Handel Willkommen geheißen.

   
Begrüßung des künftigen Bürgermeisters Wolff durch die VBU und die Fachgruppe Handel

Unter den gut 50 Besuchern begrüßte der 1. Vorsitzende der VBU, Prof. Dr. Alex Veit, auch den Landtagsabgeordneten Joachim Kößler und den Leiter der Wirtschaftsförderung der Stadt Bretten, Herrn Bohmüller.

In einer kurzen Einführung zum Vortrag erwähnte Herr Prof. Dr. Veit die wesentlichen Stationen im Leben von Herrn Bechtold, die neben der Gründung und dem Aufbau seiner mittlerweile international agierenden Firmengruppe b.i.g. sowie seiner Position bei der IHK auch einige weitere Aktivitäten und Ehrungen umfassen.

Herr Bechtold begann seinen Vortrag zum Thema „Warum wir gestärkt aus der Krise hervorgehen“ mit dem Hinweis auf die allgemein guten Prognosen aus der regionalen Wirtschaft selbst. Bereits 70 bis 75 % der befragten Firmen aus der Region seien mit der aktuellen Lage beziehungsweise den Prognosen aus der aktuellen Krise zufrieden. Nach einhelliger Meinung solle die Krise für weiterführende Investitionen genutzt werden. Herr Bechtold verweist dabei besonders auf die Bereiche, die bereits in der Vergangenheit für den Wohlstand unserer Gesellschaft geführt haben und uns somit auch aus der bestehenden weltweiten Krise wieder als Zugpferde herausführen können.


IHK-Präsident Bernd Bechtold bei seinem Vortrag

Die größten Schwerpunkte seien daher in den Grundlagen: der Forschung und der Ausbildung zu sehen. Der Mangel an ca. 60.000 Fachkräften alleine in Baden-Württemberg (davon 20.000 Ingenieure) ist dabei als bremsender Faktor nicht zu unterschätzen. Daß sich diese Situation noch verschärfen wird zeigt die Tatsache, daß es bei steigender Tendenz schon jetzt mehr als sechs mal so viele unbesetzte Ausbildungsplätze wie freie Bewerber gibt. Ziel müsse es also sein, mehr Schüler und Jugendliche zu einem erfolgreichen Schulabschluß zu bringen. Hierbei sei eine bessere Koordination von Familie und Beruf unabdingbar. Mehr Kindertagestellen sowie Ganztagsausbildung können helfen dieses Ziel zu erreichen. Das Bildungssystem aus der ehemaligen DDR könnte hierbei durchaus als positives Beispiel dienen.
Ebenso betonte Herr Bechtold die Bildungsoffensive „Wirtschaft macht Schule“. In Kooperationen zwischen Firmen und Schulen soll das Verständnis bei Schülern wie auch Lehrern für das spätere Berufsleben gefördert werden. Oftmals ist eine konkrete Vorstellung der verschiedenen Berufsbilder kaum vorhanden.

Die Einnahmensituation aus den Gewerbesteuern war in den vergangenen Jahren sehr gut. Daher gilt es nun die Ausgabenpolitik zu optimieren um Investitionen in Bildung sowie Infrastruktur sicher zu stellen. Der Aufbau der Infrastruktur in den neuen Bundesländern sei richtig und wichtig gewesen. Nun müsse aber auch wieder hier vor Ort investiert werden: Stuttgart 21 wird eine wichtige Station für künftige Bahnverbindungen in das östliche Europa. Eine zweite Rheinbrücke bei Karlsruhe sei für die reibungslose Anbindung des Wirtschaftsraumes Karlsruhe für die Region Pfalz dringend nötig. Das Schienennetz in Nord-Südrichtung ist mit dem bestehenden Personen- und Güterverkehr schon an den Kapazitätsgrenzen. Eine Entlastung der Straßen wäre derzeit daher nicht einmal möglich.

Ferner müsse die Infrastruktur auch im Bereich der Energieversorgung sichergestellt werden. Etwa die Hälfte der Energie für Baden-Württemberg käme derzeit aus Kernkraftwerken betont Herr Bechtold. Da alternative Energien diesen Anteil in absehbarer Zeit nicht abdecken könnten, sollten die sicheren inländischen Kernkraftwerke bevorzugt in Betrieb gehalten werden, statt den Strom künftig aus den weniger sicheren Kraftwerken aus dem Ausland zuzukaufen oder gar auf konservative Energiequellen wie Kohlekraftwerke zurückzugreifen.
Alternative Energien, wie der derzeit stark geförderte Solarstrom, kosten zum derzeitigen Stand bereits 10 Milliarden Euro Subventionen und weitere 70 Milliarden Euro Förderungen in den kommenden 20 Jahren. Davon geht jedoch ein großer Teil indirekt an Herstellerfirmen, die im Ausland sitzen. Die eigene Wirtschaft wird also nur bedingt gestärkt. Letztlich seien durch Solarstrom auch nur 0,5 % unseres aktuellen Strombedarfes zu decken, was die erheblichen Investitionen in diesem Bereich ebenfalls nicht rechtfertige.

Zur finanziellen Situation des Mittelstandes wies Herr Bechtold auf den Runden Tisch der IHK hin, der für Firmen mit Liquiditätsproblemen eingerichtet wurde. Durch diesen Runden Tisch konnten bereits 240 Arbeitsplätze in der Region erhalten werden.
Derzeit sei auch zu erkennen, daß - trotz der Bankenkrise - die Zusammenarbeit zwischen dem Mittelstand und besonders den regionalen Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken sehr gut und stabil funktioniere. Die nötigen Finanzierungen für mittelständische Firmen sei dadurch schon an vielen Stellen sichergestellt und stabil.

Als Fazit betonte Herr Bechtold, daß die derzeitige Krise als Rückbesinnung auf die Kernkompetenzen unserer Wirtschaft und als Chance für jeden Einzelnen gesehen werden sollte.

Aus den folgenden Fragen des Publikums ergab sich die Empfehlung Investitionen und Ideen nicht aufgrund übertriebener Vorsicht vor der Krise zurückzustellen, sondern als Unternehmer auch oder gerade jetzt zu agieren. Schritte nach vorne, Innovation und Engagement seien der beste Weg aus der Krise.

Die VBU bedankt sich bei Herrn Bechtold für seinen Vortrag in Bretten.